Die eigenen Apfelbäume tragen zum ersten mal Früchte. Nun stellt man sich die Frage wann man die Äpfel pflücken kann. Hier geben Sortenbeschreibungen einen ersten Anhaltspunkt aber eben nur das. Denn die Pflückreife wird auch durch das Wetter im jeweiligen Gartenjahr bestimmt.

Probiert man einen Apfel kann sich schnell Enttäuschung breit machen. Die Sorte schmeckt nicht so wie erwartet und ist ggf. zu hart. Die Folgerung, dass der Apfel noch länger am Baum bleiben muss, kann ein fataler Irrtum sein. Denn bei Äpfeln und auch anderem Obst, gibt es einen Unterschied zwischen Pflückreife und Genussreife.

Die Pflückreife bestimmt wann der Apfel geerntet werden soll, die Genussreife den Zeitpunkt des Verzehrs. Dieser Unterschied ist stark sortenabhängig. Es gibt Apfelsorten welche man direkt vom Baum essen kann, andere muss man teils monatelang Lagern um den gewünschten Geschmack zu erziehlen.

 

Pflückreife bestimmen

Bei Sorten die man »direkt vom Baum« essen kann ist es denkbar einfach die Pflückreife zu bestimmen. Man probiert eine Frucht und bestimmt ob Geschmack und Konsistenz des Fruchtfleischs zu der Sorte passen. Bei Sorten die man erst lagern muss bevor sie ihre Genussreife erhalten ist es nicht so einfach. Ein erster Ansatz für das Erreichen der Pflückreife ist, ob sich der Stil des des Apfels gut vom Baum lösen lässt (durch eine Drehbewegung). Weitere Kriterien sind Größe und Gewicht sowie die Färbung der Schale und der Kerne (weiße Kerne weisen auf unreife Äpfel hin) – hier bedarf es aber schon etwas Erfahrung. Zu spät geerntete Früchte weisen oft eine verminderte Lagerfähigkeit und Qualitätseinbußen auf.

 

Warum man viele Apfelsorten einlagern muss

Hängt der Apfel am Baum wird er über den Stil mit Nährstoffen versorgt. Wird er gepflückt ist diese Nährstoffzufuhr unterbrochen. Die Pektine (Stärke) beginnen sich zu zersetzen – der Apfel reift nach. Mit der Zeit wird der Apfel weicher, ausserdem entwickeln sich nach und nach weitere Aromastoffe. Nun ist die Genussreife erreicht. Wie lange man einlagern muss ist sortenabhängig. Lagert man den Apfel zu lange setzt Fäulnis ein (Überreife).Wird der Apfel viel zu früh geernet findet keine Nachreife statt.
Wie bei allen Prozessen in der Natur geschieht dies nicht ohne Grund. Das oberste Ziel der Pflanze ist die Fortpflanzung. Diese geschieht beim Apfel über die Kerne die sich in den Äpfeln befinden. Wird ein Apfel von einem Tier gefressen, werden die Kerne an anderer Stelle wieder ausgeschieden. Für ein Tier ist ein unreifer Apfel allerdings uninteressant. So sorgt die Pflanze, mittels chemischer Prozesse, dass die Frucht auch dann noch nachreift wenn sie vom Baum fällt oder geplückt wird und somit attraktiv für entsprechende Tiere ist.