Das Monokulturen nicht nur im kommerziellen Großanbau negative Folgen auf die Natur haben ist bekannt. Auch im eigenen Garten wird man schnell feststellen, das ein zu einseitiger Anbau Folgen hat. Der Boden wird zu einseitig belastet, die Last von Schädlingen, welche auf eine Pflanze spezialisiert sind nimmt zu, und treten pflanzenspezifische Krankheiten auf, haben diese auf Dauer schwerere Folgen als bei einem Auftreten auf kleinerem Raum. Abhilfe schaffen hier Mischkulturen und das einhalten von Fruchtfolgen. Doch als Gartenbesitzer kann man noch mehr für einen Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt tun.

 

Verschiedene Sorten ausprobieren

Auch wenn es bequem und günstig ist, immer die selben, überall erhältlichen Sorten zu kaufen, sollte man sich einmal nach Alternativen umschauen. Alte Sorten, welche meist wegen wirtschaftlicher Gründe fast vom Markt verschwunden sind bieten oft überraschende geschmackliche Eigenschaften. Aber auch Neuzüchtungen können den Garten und die Küche bereichern. Wer bei Neuzüchtungen direkt an genetisch verändertes Saatgut denkt kann beruhigt sein. Laut EU-Verordnung muss genetisch verändertes Saatgut gekennzeichnet werden. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will verwendet Bio-Saatgut.

 

Apfelsorten
Es gibt sehr viel mehr Sorten als im Supermarkt angeboten werden. Hier die Apfelsorte Antonowka. Dierser Baum wächst in der NABU-Station Friesheimer Busch.

 

Heimische (Wild)Pflanzen zulassen

Keine Angst – wir wollen hier keinen Verzicht auf Kulturpflanzen oder Exoten empfehlen – zu denen gehören ja schließlich fast alle Nutzpflanzen die angebaut werden. Heimische Pflanzen bieten aber diverse Vorteile. Sie sind an unser Klima perfekt angepasst, brauchen keinen Dünger und sind wichtig für die Insektenwelt. Darüber hinaus sind Pflanzen wie Löwenzahn, Brennnessel, Taubnessel, etc. essbar und sehr gesund. Einen kleinen Bereich im Garten, den man der Natur überlässt, reicht oft schon um vielen Tierarten ein Zuhause und Nahrung zu bieten.

 

Wilder Garten
Ein Stück Garten den man der Natur überlässt ist kein Opfer sondern ein Gewinn

 

Tierische Artenvielfalt

Ob zur Bestäubung, der Bodengesundheit, zur Bekämpfung von Schädlingen oder zum Aufrechterhalten des ökologischen Gleichgewichts – ohne Tiere funktioniert kein Garten. Dabei haben auch Tiere, welche auf den ersten Blick als Schädlinge fungieren ihren Platz im Garten, z.B. als Futtertier. Eine Ausnahme bilden hier eingeschleppte Arten, welche sich invasiv in einem Ökosystem ausbreiten.

Tiere kann man auf viele Arten unterstützen. Brutkästen für Vögel, Komposthaufen, Insektenhotels oder das Zulassen von Wildpflanzen sind nur einige Beispiele wie man ein Zusammenleben im Garten fördern kann von dem wir alle profitieren.

 

Verschiedene Ökosysteme schaffen

Dies geht eigentlich nur in größeren Gärten, wo man einen Teil der Nutzfläche z.B. für einen Teich zur Verfügung stellen kann. Der Lebensraum Wasser bringt eine Vielzahl an Tierarten mit sich.

 

Dialog mit Nachbarn

Leider haben viele Gärtner noch ein veraltetes Bild wie ein Nutzgarten auszusehen hat. Hier wird gespritzt, jegliche Beikräuter nicht nur aus den Beeten penibel entfernt und versucht eine übertriebene Ordnung zu schaffen. Der ökologische Gartennachbar wird als Ärgernis betrachtet – schließlich breitet sich sein Unkrautsamen ja über den Wind in die eigenen Beete aus. Davon darf man sich nicht beeinflussen lassen und versuchen, falls man keinen komplett beratungsresistenten Mitmenschen vor sich hat, die Vorteile von Natur im Garten argumentativ zu erklären.