Nützlinge Kellerasseln

Andernorts als Schädlinge deklariert, zeigen wir hier, dass die zu den Krebstieren gehörenden Asseln wertvolle Aufgaben im Garten übernehmen.

Es sind nicht immer nur Kellerasseln (Porcellio scaber) die einem im Garten begegnen. In Deutschland leben über 40 Arten von Landasseln. Neben der Kellerassel trifft man am häufigsten die Mauerassel (Oniscus asellus) (Die Unterscheidung ist relativ schwer, auch die hier abgebildeten Tiere sind nicht zwingend Porcellio scaber.) Hauptsächlich ernähren sie sich von abgestorbenem, organischem Material und haben im Boden oder Komposthaufen einen ähnlich hohen Stellenwert wie Kompost- oder Regenwürmer. Auch wenn sie durch spezielle Atemorgane (Pseudotracheen) an das Landleben bestens angepasst sind, benötigen sie als Lebensraum ein feuchte Milieu. Dieses ist nicht nur im Kompost gegeben, sondern auch in toten Hölzern, Laub und unter Steinen. Durch ihre zersetzende Arbeit sind organische Abfälle für kleinere Organismen wie Pilze oder Bakterien schneller verfügbar - es entsteht also schneller gute Komposterde. Die Tiere sind hauptsächlich nachtaktiv. Im Winter verfallen sie in eine Froststarre.

 

Zwei Asseln
Zwei Asseln unter einem abgestorbenen Stück Holz


Den Ruf als Schädling haben die Asseln eigentlich nicht verdient. Sie können im Keller Fraßschäden an eingelagertem Obst und Gemüse verursachen. Im Keller können sie allerdings nur überleben wenn es feuchte Stellen gibt. Diese zu beseitigen und das Lagergut trocken zu lagern sollte das Asselvorkommen schnell beseitigen.


Natürliche Fressfeinde sind z.B. Igel, Kröten und diverse Vogelarten. Wer Hühner hat weiß, dass Asseln für diese eine beliebte Nahrungsquelle sind.


Auf chemische Mittel zur Bekämpfung sollte man sowohl im Garten als auch im Haus grundsätzlich verzichten. Der Nutzen überwiegt potentielle Schäden bei weitem.

 

Rückenlage
Assel in Rückenlage

 

Kellerasseln als Bioindikatoren

Möglicherweise nicht interessant für den Gärtner aber durchaus wissenswert ist der Wert, den Kellerasseln für die Wissenschaft darstellen. Mittels Studien und speziellen Messverfahren können Rückschlüsse auf die Schwermetallbelastung der Umwelt gemacht werden.
Ein einfacher Merksatz wie »In mit Schwermetallen belasteten Böden finden sich keine Asseln« sind leider nicht möglich.